Ugrás a tartalomra

Die Kfz-Umschreibung – was der Autokauf wirklich kostet

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens in Ungarn fällt eine Erwerbsgebühr an, die viele Käufer unterschätzen. Sie hängt nämlich nicht vom Kaufpreis ab, sondern von Motorleistung und Baujahr. Ein günstiger, aber starker Wagen kann damit eine überraschend hohe Gebühr auslösen – und dann ist da noch eine Frist, deren Versäumnis teuer wird.

Aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze
  • Wie hoch ist die Kfz-Umschreibungsgebühr in Ungarn: Sie richtet sich nach Motorleistung und Alter, nicht nach dem Kaufpreis.
  • Wie lange habe ich Zeit für die Umschreibung: 15 Tage ab Unterzeichnung des Kaufvertrags.
  • Ist die Umschreibung zwischen Familienangehörigen befreit: Erbschaft und Schenkung zwischen Verwandten in gerader Linie, Ehepartnern und Geschwistern sind vollständig befreit.
📢 15 Tage. So lange haben Sie nach Unterzeichnung des Kaufvertrags Zeit, die Umschreibung beim Behördenschalter (Kormányablak) einzuleiten. Wird die Frist versäumt, drohen ein Bußgeld und im schlimmsten Fall die Stilllegung des Fahrzeugs.

Wie die Gebühr berechnet wird

Zwei Faktoren bestimmen den Betrag: die Motorleistung in kW und das Alter des Fahrzeugs. Je älter der Wagen, desto niedriger der Satz je Kilowatt.

Leistung0–3 Jahre4–8 Jahreüber 8 Jahre
0–40 kW550 HUF/kW450 HUF/kW300 HUF/kW
41–80 kW650 HUF/kW550 HUF/kW450 HUF/kW
81–120 kW750 HUF/kW650 HUF/kW550 HUF/kW
über 120 kW850 HUF/kW750 HUF/kW650 HUF/kW

Ein Beispiel: ein zehn Jahre alter Wagen mit 110 kW. 110 × 550 = 60.500 HUF, also gut 150 Euro.

Warum das für Zugezogene wichtig ist: In Deutschland ist die Ummeldung eine Verwaltungsgebühr von wenigen Dutzend Euro. In Ungarn ist es eine Erwerbsgebühr, die mit der Leistung steigt. Wer einen leistungsstarken Gebrauchtwagen kauft, sollte das in die Kaufkalkulation aufnehmen – bei 200 kW und mittlerem Alter sind schnell 150.000 Forint fällig.

Erbschaft und Schenkung: doppelter Satz

Ein Punkt, der überrascht: Wird das Fahrzeug geerbt oder geschenkt, gilt der doppelte Satz der obigen Tabelle. Der zehn Jahre alte 110-kW-Wagen kostet dann nicht 60.500, sondern 121.000 Forint.

Es gibt allerdings wichtige Befreiungen:

  • Erbschaft und Schenkung zwischen Verwandten in gerader Linie (Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel) und zwischen Ehepartnern: vollständig befreit.
  • Zwischen Geschwistern: Erbschaft und Schenkung ebenfalls befreit – ein Kauf jedoch nicht.
  • Vollelektrische Fahrzeuge: befreit.

Wird nur das Halterrecht (üzembentartói jog) übertragen, ohne Eigentumswechsel, beträgt die Gebühr 25 % des normalen Satzes.

Rechnen Sie vor dem Kauf

Geben Sie Leistung, Baujahr und Erwerbsart ein – der Rechner zeigt die fällige Gebühr samt Befreiungen.

Zum Umschreibungsrechner →

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Kaufvertrag in zwei Ausfertigungen. Ein Formular ist nicht vorgeschrieben, aber gebräuchlich; achten Sie darauf, dass Kilometerstand und Datum korrekt sind.
  2. Der Verkäufer meldet den Verkauf – auch er hat 15 Tage Zeit. Das ist sein eigenes Interesse: Bis zur Meldung haftet er weiter für Bußgelder und Maut.
  3. Originalitätsprüfung (eredetiségvizsgálat) – verpflichtend beim Halterwechsel, Kosten etwa 20.000–30.000 Forint.
  4. Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, und zwar ab dem Kauftag. Die Versicherung des Vorbesitzers endet mit dem Eigentumswechsel.
  5. Behördenschalter: Umschreibung mit Vertrag, Prüfbericht, Versicherungsnachweis, Ausweis und Adresskarte.
  6. Gebühren: Erwerbsgebühr, neue Zulassungsbescheinigung und Fahrzeugbrief.
Der teuerste Anfängerfehler: Ohne gültige Haftpflichtversicherung ab dem Kauftag zu fahren. Die Versicherung des Verkäufers deckt Sie nicht mehr, und bei einem Unfall haften Sie persönlich für den gesamten Schaden. Schließen Sie sie ab, bevor Sie das erste Mal losfahren – online ist das in wenigen Minuten erledigt.

Was Sie sonst einplanen sollten

Neben der Erwerbsgebühr fallen an:

  • Originalitätsprüfung: rund 20.000–30.000 HUF
  • Zulassungsbescheinigung (forgalmi engedély): einige tausend Forint
  • Fahrzeugbrief (törzskönyv): einige tausend Forint
  • Kennzeichen, falls neu: weitere Gebühr
  • Kfz-Haftpflichtversicherung: je nach Fahrzeug und Einstufung

Insgesamt sollten Sie bei einem mittelgroßen Gebrauchtwagen mit 100.000 bis 150.000 Forint Nebenkosten rechnen – zusätzlich zum Kaufpreis.

Und danach: die jährliche Kfz-Steuer

Ab dem Folgejahr zahlen Sie die Gewichtssteuer, ebenfalls nach kW und Alter. Details dazu im Artikel zur Kfz-Steuer. Wichtig: Wer am 1. Januar als Halter eingetragen ist, schuldet die Steuer für das ganze Jahr – ein Kauf im Dezember bedeutet also, dass der Verkäufer das laufende Jahr noch trägt.

Worauf Sie beim Gebrauchtwagenkauf achten sollten

Die Gebühr ist nur ein Teil des Risikos. Ein paar Punkte, die in Ungarn anders laufen als in Deutschland:

Das Fahrzeugregister prüfen

Bevor Sie unterschreiben, lohnt eine Abfrage im öffentlichen Register. Sie sehen dort, ob das Fahrzeug belastet ist, ob eine Zwangsvollstreckung läuft und ob die technische Zulassung gültig ist. Manche Angaben sind über das Behördenportal kostenlos einsehbar, für ausführlichere Auskünfte gibt es kostenpflichtige Dienste.

Der Kilometerstand

Ungarn führt eine amtliche Kilometerstandsdatenbank, in der die bei jeder technischen Untersuchung abgelesenen Werte gespeichert werden. Eine Abfrage kostet wenig und deckt Manipulationen zuverlässig auf – bei einem Gebrauchtwagen aus zweiter oder dritter Hand ist das gut investiertes Geld.

Offene Bußgelder und Maut

Bis zur Ummeldung bleibt der Verkäufer im Register eingetragen. Umgekehrt gilt: Wenn Sie die Ummeldung verzögern, können Bußgelder noch beim Vorbesitzer landen – der sie an Sie weiterreichen wird. Das ist einer der Gründe für die strikte Fünfzehntagefrist.

Der Vertrag selbst

Anders als beim Immobilienkauf braucht es keinen Anwalt. Ein einfacher schriftlicher Vertrag genügt, sollte aber vollständig sein: Fahrgestellnummer, Kilometerstand, Kaufpreis, Datum und Uhrzeit der Übergabe sowie die Unterschriften beider Parteien. Die Uhrzeit klingt pedantisch, entscheidet aber im Zweifel darüber, wer für einen Schaden am Übergabetag haftet.

Für Zugezogene: Für die Umschreibung brauchen Sie eine ungarische Adresskarte und eine Steueridentifikationsnummer. Ohne diese beiden kommen Sie am Schalter nicht weiter – erledigen Sie das vor dem Autokauf, nicht danach.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn ich die 15 Tage versäume?

Es droht ein Bußgeld, und die Behörde kann das Fahrzeug aus dem Verkehr ziehen. Zudem bleibt der Verkäufer bis zur Umschreibung im Register – was für beide Seiten unangenehm ist.

Kann ich das Auto vorher fahren?

Mit gültiger Zulassung und eigener Haftpflichtversicherung ja. Die Umschreibung müssen Sie dennoch innerhalb der Frist einleiten.

Gilt die Gebühr auch für Motorräder?

Ja, nach denselben Grundsätzen, mit eigenen Sätzen.

Was, wenn ich das Auto aus Deutschland mitbringe?

Dann handelt es sich nicht um eine Umschreibung, sondern um eine Erstzulassung in Ungarn. Dabei kann eine Registrierungssteuer anfallen, bei Übersiedlung greift jedoch häufig eine Befreiung. Klären Sie das vorab – es ist der größte und am schwersten kalkulierbare Posten.