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Die ungarische Kfz-Steuer – Sätze, Fristen, Befreiungen

Wer in Ungarn ein Auto anmeldet, zahlt die sogenannte Gewichtssteuer (gépjárműadó). Anders als in Deutschland spielt weder der Hubraum noch der CO₂-Ausstoß eine Rolle: Es zählen ausschließlich Motorleistung in kW und Alter des Fahrzeugs. Das macht die Rechnung einfach – hat aber eine Konsequenz, die viele überrascht.

Aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze
  • Wie hoch ist die Kfz-Steuer in Ungarn 2026: Die Steuer richtet sich nach Motorleistung und Alter: 375 Forint je kW bei 0 bis 3 Jahren, 250 bei 4 bis 7, 200 bei 8 bis 11, 160 bei 12 bis 15 und 150 Forint…
  • Bis wann muss die ungarische Kfz-Steuer gezahlt werden: Bis zum 15. April in einer Summe auf das Konto der NAV.
  • Sind Elektroautos in Ungarn von der Kfz-Steuer befreit: Vollelektrische Fahrzeuge sind vollständig befreit.
📢 Frist: 15. April 2026. Die Kfz-Steuer ist in einer Summe auf das Konto der NAV zu zahlen. Als Privatperson können Sie bis zum 30. Juni bis zu fünf monatliche, säumniszuschlagsfreie Raten beantragen. Die Sätze stiegen 2026 um rund 4,3 %.

Wie die Steuer berechnet wird

Die Bemessung folgt zwei Größen: der Motorleistung in Kilowatt und dem Alter des Fahrzeugs. Je älter das Auto, desto niedriger der Satz pro Kilowatt.

Alter des FahrzeugsSatz je kW
0–3 Jahre375 HUF
4–7 Jahre250 HUF
8–11 Jahre200 HUF
12–15 Jahre160 HUF
über 16 Jahre150 HUF

Ein Beispiel: ein 100-kW-Fahrzeug, Baujahr 2024, also zwei Jahre alt. 100 × 375 = 37.500 HUF im Jahr, umgerechnet knapp 100 Euro.

Steht im Fahrzeugschein nur die PS-Zahl? Teilen Sie sie durch 1,36 und runden Sie auf volle Kilowatt. Ein Wagen mit 150 PS entspricht damit rund 110 kW. Maßgeblich ist allerdings der im ungarischen Fahrzeugregister eingetragene Wert.

Was Zugezogene überrascht

Die Steuer hängt nicht vom Wert des Autos ab. Ein zwanzig Jahre alter, aber leistungsstarker Wagen kann mehr kosten als ein neuer Kleinwagen – obwohl er einen Bruchteil wert ist.

Ein Vergleich:

  • Neuer Kleinwagen, 66 kW, Baujahr 2025: 66 × 375 = 24.750 HUF
  • Alte Limousine, 190 kW, Baujahr 2008: 190 × 150 = 28.500 HUF

Wer aus Deutschland ein größeres Fahrzeug mitbringt, sollte das einkalkulieren. Insgesamt bleibt die Belastung im deutschen Vergleich allerdings moderat.

Rechnen Sie Ihren Wagen durch

Geben Sie Leistung und Baujahr ein – der Rechner zeigt die Jahressteuer und die möglichen Befreiungen.

Zum Kfz-Steuer-Rechner →

Wer zahlt – und wann

Steuerschuldner ist, wer am 1. Januar als Halter (oder Eigentümer) im Register eingetragen war. Das hat eine wichtige Folge: Verkaufen Sie das Auto im Laufe des Jahres, bleibt die Steuer für das ganze Jahr bei Ihnen. Der Käufer zahlt erst ab dem Folgejahr.

Melden Sie ein Fahrzeug unterjährig an, beginnt die Steuerpflicht im Folgemonat und wird anteilig berechnet.

Die Zahlung

Die NAV verschickt in der Regel im ersten Quartal einen Bescheid. Gezahlt wird auf das Konto für die inländische Kfz-Steuer; im Verwendungszweck geben Sie Ihre Steueridentifikationsnummer an – nicht das Kennzeichen. Das ist ein häufiger Fehler, der zu Zuordnungsproblemen führt.

Keinen Bescheid bekommen? Das bedeutet nicht, dass Sie nichts zahlen müssen. Prüfen Sie Ihr elektronisches Postfach im Ügyfélkapu und das Steuerkonto bei der NAV (Steuerart 410). Nur wer das ganze Jahr befreit ist, erhält gar kein Schreiben.

Befreiungen

  • Vollelektrische Fahrzeuge – vollständig befreit.
  • Plug-in-Hybride, zugelassen vor dem 1. Januar 2025 – befreit, allerdings befristet bis Ende 2026.
  • Plug-in-Hybride ab dem 1. Januar 2025 – nicht mehr befreit. Das ist eine der wichtigsten Änderungen der letzten Jahre.
  • Fahrzeuge zur Beförderung schwer gehbehinderter Personen – bis 100 kW befreit, unter bestimmten Voraussetzungen.

Wer den Kauf eines Hybrids erwägt, sollte das Zulassungsdatum genau prüfen: Zwischen einem im Dezember 2024 und einem im Januar 2025 zugelassenen Fahrzeug liegt steuerlich ein spürbarer Unterschied.

Das Auto aus Deutschland mitbringen

Wer dauerhaft nach Ungarn zieht, muss sein Fahrzeug hier ummelden. Als EU-Bürger mit Wohnsitzwechsel ist die Einfuhr in der Regel abgabenfrei, es fallen jedoch mehrere Posten an:

  • Registrierungssteuer (regisztrációs adó) – nach Hubraum und Umweltklasse; bei Übersiedlung kann eine Befreiung greifen.
  • Originalitätsprüfung (eredetiségvizsgálat) – verpflichtend.
  • Technische Zulassung und Ausstellung der ungarischen Papiere.
  • Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem ungarischen Versicherer.

Danach beginnt die Kfz-Steuerpflicht nach den oben beschriebenen Regeln. Planen Sie für den gesamten Vorgang einige Wochen ein und klären Sie die Registrierungssteuer vorab – sie ist der größte und am wenigsten vorhersehbare Posten.

Was neben der Kfz-Steuer noch anfällt

Die Gewichtssteuer ist nur ein Posten. Wer den Unterhalt eines Autos in Ungarn realistisch kalkulieren will, sollte diese Kosten mitdenken:

Kfz-Haftpflichtversicherung (kötelező biztosítás)

Verpflichtend für jedes zugelassene Fahrzeug. Die Prämie richtet sich nach Leistung, Wohnort, Alter des Halters und der Schadenfreiheitsklasse (bonus-malus). Ein Wechsel ist einmal jährlich zum Vertragsjahrestag möglich, und die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich – ein Vergleich lohnt sich.

Wichtig für Zugezogene: Die deutsche Schadenfreiheitsklasse wird von ungarischen Versicherern nicht automatisch anerkannt. Manche Gesellschaften akzeptieren eine Bescheinigung des Vorversicherers, andere stufen Sie als Neukunden ein. Fragen Sie danach, bevor Sie abschließen – der Unterschied kann mehrere zehntausend Forint jährlich ausmachen.

Technische Untersuchung (műszaki vizsga)

Neuwagen müssen erstmals nach vier Jahren vorgeführt werden, danach alle zwei Jahre. Bei älteren Fahrzeugen verkürzt sich der Turnus. Die Prüfung entspricht in etwa der deutschen Hauptuntersuchung.

Autobahnvignette (e-matrica)

Ungarn hat kein flächendeckendes Mautsystem für Pkw, sondern eine elektronische Vignette. Es gibt Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresvignetten sowie günstigere Varianten für einzelne Komitate. Wer regelmäßig dieselbe Strecke fährt, kommt mit einer Komitatsvignette oft deutlich billiger weg als mit der landesweiten.

Firmenwagensteuer

Wird das Auto betrieblich genutzt und werden die Kosten steuerlich geltend gemacht, fällt zusätzlich die Firmenwagensteuer an – monatlich, nach Leistung und Umweltklasse. Die gezahlte Kfz-Steuer ist unter bestimmten Voraussetzungen darauf anrechenbar. Für Privatpersonen ohne betriebliche Nutzung entfällt sie.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Es fallen Säumniszuschläge an, und bei längerem Verzug kann das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen werden. Die NAV treibt die Forderung im Vollstreckungsverfahren bei.

Muss ich auch für ein stillgelegtes Auto zahlen?

Nein. Wird das Fahrzeug ordnungsgemäß aus dem Verkehr genommen, endet die Steuerpflicht. Die Abmeldung muss jedoch amtlich erfolgen – ein Auto, das nur in der Garage steht, bleibt steuerpflichtig.

Gilt das auch für Motorräder und Lkw?

Dieser Artikel behandelt Personenkraftwagen. Lkw, Busse und Anhänger werden nach dem Eigengewicht besteuert, für Motorräder gelten eigene Sätze.

Was ist der Unterschied zur Firmenwagensteuer?

Zwei getrennte Steuern. Die Kfz-Steuer zahlt der Halter, die Firmenwagensteuer fällt zusätzlich an, wenn ein Fahrzeug betrieblich genutzt und die Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Die gezahlte Kfz-Steuer ist unter bestimmten Voraussetzungen anrechenbar.