Ugrás a tartalomra

Das TBSZ-Konto – nach fünf Jahren steuerfrei

Das ungarische langfristige Anlagekonto (tartós befektetési számla, kurz TBSZ) ist eines der wirksamsten Instrumente des Landes für private Anleger: Wer fünf Jahre durchhält, zahlt auf Kursgewinne, Zinsen und Dividenden überhaupt keine Steuer. Für deutsche Anleger, die Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag gewohnt sind, ist das ein bemerkenswerter Unterschied.

Aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze
  • Was ist ein TBSZ-Konto in Ungarn: Das TBSZ ist ein steuerlicher Rahmen um ein Wertpapierdepot.
  • Lohnt sich ein TBSZ für Aktien und ETFs: Nur bei einer Haltedauer von mindestens fünf Jahren.
  • Kann ich mehrere TBSZ-Konten haben: Ja, pro Jahr und Anbieter je eines, und in jedem Folgejahr ein neues.
📢 Aber Vorsicht bei Aktien und ETFs: Auf einem normalen ungarischen Depot werden diese ohnehin nur mit 15 % besteuert, ohne Sozialabgabe. Lösen Sie das TBSZ vorzeitig auf, zahlen Sie 18 oder 28 % – dann stehen Sie schlechter da als ohne TBSZ. Das Konto lohnt sich nur, wenn Sie die fünf Jahre wirklich durchhalten.

Wie es funktioniert

Das TBSZ ist kein eigenes Produkt, sondern ein steuerlicher Rahmen um ein Wertpapierdepot. Darin können Sie halten, was auch sonst zulässig ist: Aktien, ETFs, Anleihen, Investmentfonds, Bankeinlagen.

Der Ablauf folgt einem festen Muster:

  1. Sammeljahr: Im Eröffnungsjahr zahlen Sie ein, so oft Sie möchten. Mit dem Jahresende ist die Einzahlungsphase beendet.
  2. Haltephase: Ab dem Folgejahr läuft die Frist. Innerhalb des Kontos können Sie frei umschichten – kaufen, verkaufen, tauschen –, ohne Steuer auszulösen.
  3. Auflösung: Wann Sie auszahlen, entscheidet über die Steuer.
AuflösungSteuer
innerhalb von 3 Jahren28 % (15 % ESt + 13 % Sozialabgabe)
nach 3, vor 5 Jahren18 % (10 % ESt + 8 % Sozialabgabe)
nach 5 Jahren0 %
Hinweis zu älteren Konten: Für vor 2025 eröffnete TBSZ-Konten gelten die alten, günstigeren Regeln – bei vorzeitiger Auflösung fällt dort keine Sozialabgabe an, nur Einkommensteuer. Wenn Sie ein solches Konto haben, prüfen Sie die für Sie geltende Fassung.

Wann es sich lohnt – und wann nicht

Die Antwort hängt davon ab, worin Sie anlegen. Das ist der Punkt, den die meisten Darstellungen übergehen.

Bei Zinserträgen: fast immer

Bankeinlagen und Unternehmensanleihen werden auf einem normalen Konto mit 28 % besteuert (15 % Einkommensteuer plus 13 % Sozialabgabe). Das TBSZ senkt das auf null – die Ersparnis ist erheblich, und selbst eine Auflösung nach drei Jahren mit 18 % bringt noch Vorteile.

Bei Aktien und ETFs: nur mit Durchhaltevermögen

Hier liegt die Falle. Auf einem normalen Depot gelten Aktien- und ETF-Gewinne als kontrolliertes Kapitalmarktgeschäft und werden mit nur 15 % besteuert, ohne Sozialabgabe.

Das bedeutet:

  • Auflösung nach 5 Jahren: 0 % statt 15 % → klarer Gewinn.
  • Auflösung nach 3–5 Jahren: 18 % statt 15 % → Verlust.
  • Auflösung unter 3 Jahren: 28 % statt 15 % → deutlicher Verlust.

Ein TBSZ für Aktien lohnt sich also ausschließlich, wenn Sie das Geld fünf Jahre lang sicher nicht brauchen.

Rechnen Sie Ihre Ersparnis aus

Der Rechner vergleicht TBSZ und normales Depot für Ihre Anlageform und Laufzeit – inklusive der Fälle, in denen sich das TBSZ nicht lohnt.

Zum TBSZ-Rechner →

Die Regeln im Detail

  • Ein Konto pro Jahr und Anbieter. Sie können bei mehreren Banken oder Brokern je ein TBSZ pro Jahr eröffnen – und in jedem Folgejahr ein neues.
  • Einzahlungen nur im Sammeljahr. Danach ist das Konto geschlossen für neues Geld; Erträge dürfen darin bleiben und weiterarbeiten.
  • Teilauszahlung ist möglich, nach den geltenden Regeln – der ausgezahlte Teil wird nach der Haltedauer besteuert, der Rest kann weiterlaufen.
  • Umschichten ist frei und löst keine Steuer aus.

Die Leiter-Strategie

Weil Sie jedes Jahr ein neues Konto eröffnen können, bauen viele Anleger eine „Leiter" auf: 2026 ein Konto, 2027 das nächste, und so weiter. Ab 2031 wird dann jedes Jahr eines steuerfrei – das schafft laufende Liquidität, ohne die Fünfjahresfrist zu brechen.

Was Zugezogene wissen sollten

Das TBSZ steht Ihnen unabhängig von der Staatsangehörigkeit offen, sofern Sie in Ungarn steuerlich ansässig sind. Zur Eröffnung brauchen Sie eine ungarische Steueridentifikationsnummer und in der Regel eine Adresskarte.

Zwei Punkte, die Sie vorher klären sollten:

Was passiert bei einem Wegzug?

Endet Ihre ungarische Steuerpflicht während der Laufzeit, wird die Behandlung komplizierter – dann greifen möglicherweise die Regeln Ihres neuen Ansässigkeitsstaats. Wer nicht sicher ist, ob er fünf Jahre bleibt, sollte das mitbedenken.

Erkennt Deutschland das TBSZ an?

Nicht automatisch. Die deutsche Steuerfreiheit für ausländische Anlagekonten folgt eigenen Regeln, und ein ungarisches TBSZ ist dort kein bekanntes Konstrukt. Solange Sie in Ungarn ansässig sind, spielt das keine Rolle – bei einer Rückkehr nach Deutschland aber sehr wohl.

Der praktische Rat: Das TBSZ ist ein hervorragendes Instrument für alle, die längerfristig in Ungarn bleiben. Wer die Rückkehr nach Deutschland in den nächsten Jahren für möglich hält, sollte die Bindung von fünf Jahren nüchtern gegen den Steuervorteil abwägen.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine Höchstgrenze für Einzahlungen?

Nein, das TBSZ kennt keine Obergrenze – anders als etwa der deutsche Sparer-Pauschbetrag.

Kann ich während der Laufzeit Dividenden entnehmen?

Erträge bleiben grundsätzlich im Konto und arbeiten weiter. Eine Entnahme gilt als Auflösung des betreffenden Teils mit den entsprechenden Steuerfolgen.

Was passiert bei meinem Tod?

Das TBSZ geht in den Nachlass über. Die erbschaftsteuerliche Behandlung folgt den allgemeinen Regeln – in gerader Linie also steuerfrei.

Lohnt es sich auch für kleine Beträge?

Bei sehr kleinen Summen können die Kontoführungsgebühren den Steuervorteil aufzehren. Vergleichen Sie die Gebührenmodelle der Anbieter, bevor Sie eröffnen.