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Gehalt oder Dividende – was lohnt sich als Kft-Eigentümer?

Wer eine ungarische Kft besitzt und dort mitarbeitet, kann sich das Geld auf zwei Wegen auszahlen: als Gehalt oder als Dividende. Die Belastung unterscheidet sich erheblich – und der entscheidende Faktor ist eine Zahl, die viele nicht kennen: die Obergrenze der Sozialabgabe von 7.747.200 Forint im Jahr.

Aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze
  • Ist Gehalt oder Dividende in Ungarn günstiger: Das hängt von der Obergrenze der Sozialabgabe ab.
  • Muss sich ein Kft-Geschäftsführer in Ungarn ein Gehalt zahlen: Wer als Gesellschafter-Geschäftsführer persönlich mitarbeitet, muss in der Regel ein Versicherungsverhältnis begründen.
  • Wie hoch ist die Obergrenze der Sozialabgabe 2026: 7.747.200 Forint im Jahr, das 24-Fache des Mindestlohns.
📢 Der Kern in einem Satz: Auf Dividenden fallen 15 % Einkommensteuer und 13 % Sozialabgabe an – aber die Sozialabgabe nur bis zu einer jährlichen Obergrenze. Ist diese durch Ihr Gehalt bereits ausgeschöpft, kostet jede weitere Dividende nur noch 15 %.

Die beiden Wege im Vergleich

Gehalt

  • 15 % Einkommensteuer
  • 18,5 % Sozialversicherungsbeitrag (Arbeitnehmer)
  • 13 % Sozialabgabe (Arbeitgeber, also die Kft)
  • Vorteil: Das Gehalt ist eine Betriebsausgabe und mindert die Körperschaftsteuer. Zudem erwerben Sie Renten- und Krankenversicherungsansprüche.

Dividende

  • zuerst 9 % Körperschaftsteuer auf den Unternehmensgewinn
  • dann 15 % Einkommensteuer
  • plus 13 % Sozialabgabe – aber nur bis zur Obergrenze
  • Nachteil: keine Betriebsausgabe, keine Sozialversicherungsansprüche.
Was die Obergrenze bedeutet: Die Sozialabgabe auf Dividenden fällt nur an, bis Ihre gesamte sozialabgabepflichtige Bemessungsgrundlage im Jahr 7.747.200 Forint erreicht – das 24-Fache des Mindestlohns. Alles darüber ist von der Sozialabgabe frei. Wer bereits ein Gehalt in dieser Größenordnung bezieht, zahlt auf Dividenden nur noch die 15 % Einkommensteuer.

Warum ein reines Dividendenmodell riskant ist

Auf den ersten Blick verlockend: kein Gehalt, alles als Dividende. In der Praxis führt das zu Problemen.

Wer als Gesellschafter-Geschäftsführer persönlich mitarbeitet, muss nach ungarischem Recht in der Regel ein Versicherungsverhältnis begründen – als Arbeitsverhältnis oder als Auftragsverhältnis. Ein Unternehmen, dessen Geschäftsführer nachweislich arbeitet, aber kein Entgelt bezieht, zieht die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich.

Ohne Versicherungsverhältnis bedeutet das außerdem konkret:

  • keine Rentenanwartschaft und keine anrechenbare Dienstzeit,
  • kein Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit,
  • Gesundheitsversorgung nur über eine freiwillige Versicherung.

Deshalb ist in der Praxis eine Mischung üblich: ein Gehalt für die Absicherung, der Rest als Dividende.

Finden Sie Ihre Aufteilung

Der Rechner zeigt für Ihre Zahlen, wie sich Gehalt und Dividende auf die Gesamtbelastung auswirken – inklusive der Obergrenze.

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Die übliche Strategie

Ein in der Praxis verbreitetes Vorgehen sieht so aus:

  1. Gehalt mindestens in Höhe des Mindestlohns (322.800 HUF) oder des garantierten Mindestlohns (373.200 HUF), wenn die Tätigkeit eine Qualifikation erfordert. Damit ist die Versicherung gesichert, und das Gehalt mindert als Betriebsausgabe die Körperschaftsteuer.
  2. Der Rest als Dividende, nach Feststellung des Jahresabschlusses.

Bei höheren Entnahmen lohnt eine genauere Rechnung: Ein höheres Gehalt schöpft die Obergrenze der Sozialabgabe schneller aus, wodurch spätere Dividenden günstiger werden – gleichzeitig steigen aber die laufenden Beiträge. Wo genau das Optimum liegt, hängt von der Gesamtsumme ab.

Ein Zahlenbeispiel

Ein Unternehmer möchte sich jährlich rund 12 Millionen Forint auszahlen. Zwei Varianten:

  • Nur Mindestlohn plus Dividende: niedrige laufende Beiträge, dafür fällt auf einen Teil der Dividende noch Sozialabgabe an, bis die Obergrenze erreicht ist.
  • Höheres Gehalt plus kleinere Dividende: mehr Beiträge, dafür höhere Rentenanwartschaft und volle Betriebsausgabenwirkung.

Die Differenz in der Gesamtbelastung ist oft kleiner, als man vermutet – die Entscheidung fällt deshalb häufig nach anderen Kriterien: Wie wichtig ist Ihnen die Rentenanwartschaft? Brauchen Sie ein nachweisbares Einkommen für einen Kreditantrag?

Was Sie formal beachten müssen

  • Dividenden dürfen nur aus dem Gewinn nach Steuern ausgeschüttet werden.
  • Die Ausschüttung setzt die Feststellung des Jahresabschlusses voraus.
  • Eine unterjährige Vorabausschüttung ist möglich, erfordert aber eine Zwischenbilanz – und muss zurückgezahlt werden, wenn das Jahresergebnis sie nicht deckt.
  • Der Gesellschafterbeschluss ist zu dokumentieren.

Für Zugezogene besonders relevant

Wenn Sie in Ungarn ansässig sind, ist die Dividende hier steuerpflichtig. Sind Sie noch in Deutschland ansässig und halten eine ungarische Kft, greift das Doppelbesteuerungsabkommen: Ungarn darf dann in der Regel eine begrenzte Quellensteuer erheben, die auf die deutsche Steuer angerechnet wird.

Diese Konstellation – deutscher Wohnsitz, ungarische Gesellschaft – ist steuerlich anspruchsvoll. Die deutsche Finanzverwaltung prüft in solchen Fällen unter anderem, wo die Geschäftsleitung tatsächlich ausgeübt wird. Wer die Kft von Deutschland aus führt, riskiert, dass sie dort als steuerpflichtig behandelt wird.

Ein durchgerechneter Vergleich

Nehmen wir an, Ihre Kft hat 15 Millionen Forint Gewinn vor Steuern erwirtschaftet, und Sie möchten möglichst viel davon privat entnehmen. Zwei Wege:

Variante A: alles als Dividende

PositionBetrag
Gewinn vor Steuern15.000.000 HUF
Körperschaftsteuer (9 %)−1.350.000 HUF
Ausschüttbarer Gewinn13.650.000 HUF
Einkommensteuer (15 %)−2.047.500 HUF
Sozialabgabe (13 %, bis zur Obergrenze)−1.007.136 HUF
Netto10.595.364 HUF

Variante B: Mindestlohn plus Dividende

Sie zahlen sich 322.800 HUF monatlich als Gehalt, also 3.873.600 HUF im Jahr. Dieses Gehalt mindert den Unternehmensgewinn – und damit auch die Körperschaftsteuer. Gleichzeitig baut es Ihre Bemessungsgrundlage für die Sozialabgabe auf, sodass ein Teil der Obergrenze bereits ausgeschöpft ist, wenn die Dividende ausgeschüttet wird.

Das Ergebnis liegt in derselben Größenordnung, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Sie haben Rentenanwartschaften, Krankenversicherungsschutz und ein nachweisbares Einkommen erworben.

Was die Rechnung zeigt: Der rein steuerliche Unterschied zwischen den Varianten ist kleiner, als viele erwarten – meist wenige Prozentpunkte. Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein von der Steuer abhängen, sondern von der Frage, was Sie sonst noch brauchen: Rente, Krankengeld, Kreditwürdigkeit. Wer für einen Wohnungskredit ein nachweisbares Einkommen benötigt, fährt mit einem ordentlichen Gehalt besser, auch wenn ein paar Zehntausend Forint mehr Steuer anfallen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mir gar kein Gehalt zahlen?

Wenn Sie tatsächlich mitarbeiten, ist ein Versicherungsverhältnis in der Regel erforderlich. Ein reiner Investor ohne Mitarbeit kann dagegen ausschließlich Dividende beziehen.

Wie oft kann ich Dividende ausschütten?

Grundsätzlich einmal jährlich nach dem Jahresabschluss. Vorabausschüttungen sind unter Auflagen möglich.

Zählt die Obergrenze pro Person oder pro Einkunftsart?

Pro Person und Jahr, über alle sozialabgabepflichtigen Einkünfte hinweg. Deshalb wirkt sich das Gehalt unmittelbar auf die Dividendenbelastung aus.

Was ist mit KIVA?

Wer statt der Körperschaftsteuer die Kleinunternehmenssteuer KIVA nutzt, rechnet anders: KIVA erfasst Personalaufwand und ausgeschütteten Gewinn gemeinsam mit 10 %. Bei hoher Lohnquote kann das günstiger sein – ein Vergleich mit dem Steuerberater lohnt sich.